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Das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) hat rund 4.000 Firmen nach ihrer Geschäftsentwicklung und ihren Erwartungen befragt und die Stimmung ist so gut wie lange nicht mehr.
Unternehmen, die Dienstleistungen der Informationsgesellschaft anbieten, oder diese bei ihren Dienstleistungen intensiv nutzen, entwickeln sich besonders dynamisch. Hauptgrund ist die von diesem Sektor ausgehende starke Verbreitung neuer Informationstechnologien und –dienstleistungen, der einen Strukturwandel in allen Bereichen der Wirtschaft bewirkt. So blicken die Unternehmer dieser Branche positiv auf das kommende Halbjahr, denn sie erwarten durchweg steigende Umsätze. Die Telekommunikationsdienstleister sind besonders optimistisch, dass auch im dritten Quartal 2006 Nachfrage und Umsätze steigen und planen Personal einzustellen. Auch die technischen Berater rechnen mit wachsendem Personalbedarf, ebenso wie die EDV-Dienstleister und –Vermieter.
Neue Arbeitsplätze in Westdeutschland
Schlüsselt man die Umfrageergebnisse auf und betrachtet die Lage in Ost- und Westdeutschland getrennt, dann fällt auf, dass sich zwar überall in Deutschland die Umsätze im zweiten Quartal 2006 verbessert haben, auf die Zahl der Arbeitsplätze wirkt sich dies allerdings nicht immer aus. Dass die ostdeutschen Dienstleister der Informationsgesellschaft noch keinen klaren konjunkturellen Aufschwung erleben, spiegelt sich in ihren Arbeitsmarktzahlen wider. Der Anteil der Unternehmen, die Mitarbeiter entlassen haben, überwiegt den Anteil der Unternehmen, die neues Personal eingestellt haben.
In Westdeutschland hält seit Ende 2005 dagegen ein positiver Trend auch bei der Beschäftigtenzahl an: Hier entstehen in der Branche mehr Arbeitsplätze als abgebaut werden und gut zwei Drittel der westdeutschen Dienstleister der Informationsgesellschaft erwarten, dass sie im dritten Quartal 2006 ihren Personalbestand weiter ausbauen werden. Zum ersten Mal, seit das ZEW die konjunkturelle Lage der Dienstleister der Informationsgesellschaft analysiert, ist der Saldo der Personalbestandsveränderung in allen Branchen für Gesamtdeutschland positiv. Besonders ausgeprägt ist diese positive Entwicklung bei den wissensintensiven Dienstleistern. Während bei den technischen Beratern und Planern in der Vergangenheit der Anteil der Unternehmen mit Entlassungen immer den mit Neueinstellungen überwogen hat, geben im zweiten Quartal 2006 etwa 55 Prozent der Unternehmen an, dass ihr Personalbestand gestiegen ist. Diesem Anteil stehen etwa 15 Prozent der Unternehmen gegenüber, deren Personalbestand gesunken ist.
Wandern Arbeitsplätze ins Ausland ab?
Diese Frage lässt sich nicht eindeutig beantworten, denn Auslandsaktivitäten führen nicht nur zu Offshoring. Die Erschließung ausländischer Absatzmärkte kann ebenso in Deutschland neue Arbeitsplätze schaffen oder bestehende erhalten. Auslandsaktivitäten spielen aber für die meisten IT-Dienstleister eine große Rolle. Etwa zwei Drittel der Dienstleister der Informationsgesellschaft geben im zweiten Quartal 2006 an, dass sie Leistungen aus dem Ausland beziehen. Rund drei Viertel der Unternehmen setzen ihre Leistungen im Ausland ab. Besonders aktiv ist die Telekommunikationsbranche, in der nahezu alle Unternehmen das Ausland sowohl zum Absatz als auch zum Bezug von Dienstleistungen nutzen. Auch in der Forschungs- und Entwicklungsbranche nutzen gut neun von zehn Unternehmen ausländische Absatzmärkte, und mehr als 80 Prozent der Unternehmen dieser Branche beziehen Leistungen aus dem Ausland.
© StepStone, 2006
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