Die öffentliche Verwaltung hat interessante IT-Jobs zu vergeben.
Die Zeiten der Karteikartenhüter sind lange vorbei. Auch wenn die öffentliche Verwaltung das Image verstaubter Gemütlichkeit nur mühsam abschüttelt, haben sich die Ämter längst zu hochmodernen Institutionen entwickelt, in denen IT-Experten dringend gebraucht werden: für die Einrichtung und Pflege von Datenbanken und Netzwerken innerhalb der Behörden, aber auch um die Verwaltungen untereinander zu vernetzen. IT-Fachleute werden benötigt, um Datenlinien zu externen Institutionen wie Botschaften, auswärtigen Ämtern oder EU-Organisationen herzustellen, biometrische Pässe oder elektronische Dienstausweise zu konzipieren, um E-Commerce-Plattformen für die Verwaltung wie das Online-Kaufhaus des Bundes zu installieren oder E-Government-Projekte zu steuern.
Auch Behörden beklagen Fachkräftemangel
Im Bundesinnenministerium (BMI) und seinen nachgeordneten Behörden wie Bundeskriminalamt, Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik oder Bundesverwaltungsamt beispielsweise ist der Bedarf besonders groß. Seit etwa einem Jahr macht sich der Fachkräftemangel im Ministerium und seinen 15 Behörden bemerkbar.
Bescheidene Gehälter
"IT ist der stärkste Wachstumsbereich im BMI", sagt Matthias Menzel, Referatsleiter Personal im BMI. "In den vergangenen fünf Jahren ist die Zahl der IT-Profis um 25 Prozent gestiegen." Begonnen hatte die Entwicklung vor gut zehn Jahren mit dem flächendeckenden Aufbau der Netzwerktechnik in den Behörden. Sicher: Im Vergleich zur freien Wirtschaft sind die Gehälter eher bescheiden. Ein Fachhochschulabsolvent kann mit 2400 Euro Startgehalt brutto rechnen - plus Sicherheits-, Familien-, manchmal Ministerialzuschlägen. Gleichzeitig setzen die regulierten Laufbahnwege Karrieren relativ unflexible Grenzen. Und mit der Ebbe in den öffentlichen Kassen hat sich auch in der Verwaltung der Druck auf die Mitarbeiter erhöht.
Der Staat als lukrativer Arbeitgeber
Dennoch hat Vater Staat einiges zu bieten: Arbeitsplatzsicherheit und gute Arbeitsbedingungen, hohe Flexibilität, Telearbeit und Dutzende Arbeitszeitmodelle, Familienfreundlichkeit und reichlich Fortbildungsangebote, Kooperationen mit der Wirtschaft. Und inhaltlich reizvolle Aufgaben: Knapp 70 Prozent der BMI-Abteilungen arbeiten international, zum Beispiel wenn es um die Einführung von einheitlichen Standards zur Datenerhebung geht. Menzel: "IT-ler finden bei uns eine hochmoderne Softwarelandschaft, die sie selbst kreativ mitgestalten können."
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