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ITK Branche: Auch in der Krise stark

Eine Umfrage in der Informations- und Telekommunikationsbranche hat ergeben: Die Folgen der Weltwirtschaftskrise wirken sich auf die ITK Branche weniger stark aus als befürchtet. 55 Prozent der befragten Unternehmen stellen bisher keine Auswirkungen der Krise auf ihr Geschäft fest. „Derzeit behauptet sich die Hightech-Industrie in der Krise“, sagt BITKOM-Präsident Prof. August-Wilhelm Scheer. Auch die zukünftige Entwicklung der Branche schätzen die befragten Unternehmen positiv ein: 46 Prozent rechnen noch in 2009 mit einer deutlichen Besserung in ihrem Sektor. „Das Krisenmanagement der Bundesregierung ist gut“, so Scheer. „Jetzt sind Länder und Kommunen gefordert, ihrerseits Akzente bei Technologieprojekten zu setzen. E-Government bietet hervorragende Ansatzpunkte.“

IT-Sektor wächst trotz Krise
Laut Prognose des BITKOM wird der deutsche Gesamtmarkt für Informationstechnik, Telekommunikation und digitale Unterhaltungselektronik das Vorjahresniveau von rund 145 Millarden Euro voraussichtlich halten. Scheer: „Die Branche steht im Vergleich zu anderen Wirtschaftszweigen derzeit relativ gut da.“ Der Umsatz im Bereich IT wird 2009 laut Prognose sogar um 1,5 Prozent auf rund 67 Millionen Euro steigen. Beispiel Outsourcing: Hier wird der Markt gegen den Trend voraussichtlich um 7 Prozent zulegen. Mit Outsourcing können Unternehmen IT-Aufgaben kostengünstig an externe Dienstleister auslagern.
„Unternehmen senken ihre Kosten, indem sie Geschäftsprozesse verschlanken, standardisieren und beschleunigen“, so Scheer. „Das ist ein Kernthema für IT-Berater und die Anbieter von Unternehmenssoftware. Denn: In wirtschaftlich schwierigen Zeiten leiste die Informationstechnologie einen Beitrag zur Sanierung und Restrukturierung von Unternehmen. Beispiel Green-IT: Moderne Rechner sind nicht nur umweltfreundlicher, sondern bedeuten auch finanzielle Einsparungen. Wenig überraschend, dass der entsprechende Bereich auf der diesjährigen CeBIT sechs mal größer war als noch im Vorjahr. Ebenso stark wächst der Markt der Embedded Systems, begünstigt durch die steigenden Ausgaben der öffentlichen Hand. Ein Fünftel der IT-Nachfrage in Deutschland entfalle auf den öffentlichen Sektor. „Einen zusätzlichen Schub bringt das Konjunkturpaket der Bundesregierung“, sagt Scheer.

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Telekommunikationsbranche: Investitionen auch in schwierigen Zeiten
Im Telekommunikationsmarkt werden die Umsätze laut Scheer 2009 um 1,2 Prozent sinken. Dafür sei weniger die Wirtschaftskrise, als die „verfehlten Markteingriffe“ der EU sowie ein scharfer Preiswettbewerb verantwortlich. Chancen sieht Scheer vor allem bei Datendiensten im Festnetz und im Mobilfunk. „Die Netzbetreiber werden, der Krise an den Finanzmärkten zum Trotz, kräftig in neue Breitbandnetze investieren.“ Voraussetzung sei allerdings, dass den Anbietern nicht durch „investitionsfeindliche Regulierung die Grundlage entzogen wird“.

Der Markt der digitalen Unterhaltungstechnik werde 2009 um etwa 2,5 Prozent schrumpfen. „Bei Consumer Electronics geht ein Innovationszyklus zu Ende“, so Scheer. Allerdings stünden mit dem Internetfernsehen IP-TV, dem hochauflösenden Fernsehen sowie dem Megatrend Heimvernetzung neue Technologien vor dem Durchbruch auf dem Massenmarkt.

Die Breitbandstrategie der Bundesregierung habe die Hightech-Industrie ein gutes Stück nach vorne gebracht. „Sie muss sich jetzt in der Praxis bewähren“, sagt Scheer. Das gelte zum Beispiel für die Nutzung der so genannten digitalen Dividende. Bei der Umstellung des Fernsehens auf die digitale Technik werden Frequenzen frei, die sich ideal für den Aufbau drahtloser Breitbandnetze in ländlichen Regionen eignen. Da der Rundfunk Ländersache ist, müssen die Bundesländer der Frequenzfreigabe zustimmen. Scheer: „Die Bundesländer sind jetzt gefordert, eine Entscheidung für eine moderne Breitbandinfrastruktur zu treffen.“

Über BITKOM

Der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V. (BITKOM) vertritt mehr als 1.200 Unternehmen, davon 900 Direktmitglieder mit etwa 135 Milliarden Euro Umsatz und 700.000 Beschäftigten. Hierzu zählen Anbieter von Software, IT-Services und Telekommunikationsdiensten, Hersteller von Hardware und Consumer Electronics sowie Unternehmen der digitalen Medien. Der BITKOM setzt sich insbesondere für bessere ordnungspolitische Rahmenbedingungen, eine Modernisierung des Bildungssystems und eine innovationsorientierte Wirtschaftspolitik ein.

Hinweise zu den Datenquellen: Die Konjunkturumfrage wurde vom Marktforschungsinstitut ARIS bei 304 repräsentativ ausgewählten Unternehmen der Informationstechnik, Telekommunikation und Unterhaltungselektronik durchgeführt.

BITKOM, 2009
 
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